31. Januar 2014

Kameraüberwachung in Schulen

Der Kreisverband der FDP-Oldenburg-Stadt kritisiert die Installation von Überwachungskameras in Fahrradkellern der Oldenburger Schulen. So schlüssig dieses “Lösung” auf den ersten Blick erscheinen mag, so erschütternd ist bei näherer Betrachtung die Lage, die solches Handeln notwendig macht und das Menschenbild, dass sich mit einer solchen Installation verbindet.

Sicher, diejenigen, die vom Vandalismus betroffen sind, fühlen sich schutzlos ausgeliefert und in ihren Eigentumsrechten verletzt – das darf nicht ignoriert werden. Daher sollten wir, Lehrer, Schüler und Eltern in der Lage sein, selber Verantwortung füreinander zu übernehmen und zum Beispiel durch einen Schülerordnungsdienst unsere Rechte selber zu verteidigen.

„Wir empfinden es als einen pädagogischen Offenbarungseid, wenn wir Gewalt und Vandalismus in der Schule mit mehr Überwachung von außen bekämpfen“, so Michael Harms, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes Oldenburg-Stadt.

Es stellt sich ebenso die Frage, wer die Bilder der Überwachungskameras auswerten soll. Was sieht man sonst noch auf den Monitoren und in welche Hände kann es geraten?

„Es wäre sinnvoller, die notwendigen Arbeitsstunden und Sachmittel in sozialpädagogisches Handeln und Personal zu investieren“, so Michael Harms weiter.

Sicherlich, es geht nur um eine kleine Kamera – aber ist es nicht der erste kleine Schritt in die falsche Richtung? Kommen als nächstes Kameras in Toiletten und Treppenhäusern? In den USA können wir beobachten, wohin die Reise gehen könnte, wo Schulen inzwischen bewaffnete Sicherheitsdienste beschäftigen und der Zirkel von Gewalt und Gegengewalt längst Alltag geworden ist. Wenn das die Zukunft unserer Schulen ist, dann läuft in unserer Bildungspolitik etwas grundsätzlich falsch. Wir Liberalen sind nicht bereit, diesen Weg mitzugehen.

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