28. Juni 2019

Podiumsdiskussion „Inklusion – alles gut?“

Einer lebhaften und aufschlussreichen Diskussion konnten gestern die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung „Inklusion – alles gut?“ folgen. Mit Björn Försterling, Jan Runge,  Matthias Schrell,  Siemen Rühaak und Ralf Krallmann brachten fünf Diskutanten ihre Erfahrungen und Meinungen zum Thema Inklusion an niedersächsischen Schulen in die Debatte ein. Auch das Publikum beteiligte sich sehr rege an der Diskussion.

Siemen Rühaak, Vater eines Grundschulkindes, lobte die Inklusionsbemühungen innerhalb Oldenburgs. Im Vergleich zu den Bedingungen im Freistaat Bayern sei hier schon viel erreicht worden. Björn Försterling, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, wies u.a. auf die personelle Unterversorgung hin. Die unzureichenden Strukturen gefährdeten die Akzeptanz für Inklusion unter allen Beteiligten und sind hauptsächlicher Hinderungsgrund einer gelingenden Inklusion an niedersächsischen Schulen. Auch Jan Runge vom Schulleitungsverband Niedersachsen sprach von einer Mangelverwaltung, die viele Schulen bei ihrem Bemühungen um Inklusion zu spüren bekämen. Kleinere Klassengrößen für Kinder mit besonderem Förderungsbedarf waren eine Forderung, der sich alle Diskutanten anschließen konnten. Ralf Krallmann, Ratsmitglied aus der Gemeinde Edewecht, sprach sich deutlich für den Erhalt von Förderschulen aus. Allein die Eltern und betroffenen Kinder sollten entscheiden, welche Schulform die geeignete sei. Matthias Schrell, Vater eines Grundschulkindes, plädierte dafür, dass Sonderpädagogen bedarfsgerecht zugewiesen werden und nicht allein für eine Person zuständig sind, sondern in multiprofessionellen Teams mit den Lehrerinnen und Lehrern zusammenarbeiten.

Die zahlreichen Rückmeldungen aus dem Publikum mit der Schilderung von persönlichen Schicksalen bestärkt uns als Kreisverband darin, diesem Thema weiterhin die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken.

Benno Schulz
Pressesprecher

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