23. März 2015

„Was Rot-Grün als ‚modernes Abitur‘ bezeichnet, ist ein Abitur light“ – FDP-Kreisverband Oldenburg-Stadt engagiert sich für hohe Standards und Bildungsvielfalt

Die FDP-Kreisvorsitzende Dr. Christiane Ratjen-Damerau kritisiert den neuen Entwurf zur Änderung des Schulgesetzes scharf: „Was Rot-Grün als ‚modernes Abitur‘ bezeichnet, ist ein Abitur light.“ Die Freien Demokraten befürchten eine Absenkung der Standards an den niedersächsischen Schulen. Die Abschaffung der Schullaufbahnempfehlung erschwere den Eltern, den Leistungsstand ihres Kindes einzuschätzen und die beste Bildung für ihr Kind zu wählen. Nach Ansicht von Ratjen-Damerau steckt dahinter Kalkül: „Die Integrierte Gesamtschule als ersetzende Schulform führt dazu, dass zuerst die Haupt-, Real- und Oberschulen und später die Gymnasien geschlossen werden. Den Eltern wird die Wahl genommen.“ Der freie Elternwille sei damit faktisch nichts mehr wert. Gleiches gelte auch für das Abitur an sich, so Ratjen-Damerau: „Ein Abitur für alle ist ein Abitur für niemanden.“

Hintergrund ist die Regelung im neuen Entwurf zur Änderung des Schulgesetzes, den Kultusministerin Frauke Heiligenstadt am 10.02.2015 vorgelegt hat. Laut Entwurf soll künftig ein Schulweg von zwei bis drei Stunden pro Tag (Hin- und Rückweg) für den einzelnen Schüler zumutbar sein. Das würde bedeuten, dass beispielsweise zehnjährige Fünftklässler morgens um 6.15 Uhr das Haus verlassen müssen, damit sie um 7.45 Uhr zum Unterrichtsbeginn in der Schule sind. Die FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag hat kürzlich aufgezeigt, wozu dies führen kann. Von den heute 257 Gymnasien in Niedersachsen würden künftig 30 genügen. Wohnortnah brauchen Gymnasien nicht mehr angeboten zu werden.

Die Freien Demokraten in Oldenburg setzen sich für Bildungsvielfalt ein. „Wir brauchen die beste Bildung für jedes Kind. Bewährte Schulformen dürfen nicht abgeschafft werden.“, so Ratjen-Damerau. Der Gesetzentwurf sieht vor, die Förderschule Lernen ab dem nächsten Schuljahr auslaufen zu lassen. Die Umsetzung der Inklusion in der Praxis habe jedoch gezeigt, dass die Förderschulen unverzichtbar sind, ist Ratjen-Damerau überzeugt. „Wir hoffen darauf, dass Rot-Grün einlenkt und die Bildungsvielfalt erhält.“, so die FDP-Kreisvorsitzende. Von der Abschaffung der Förderschule Sprache und der Sprachheilklassen ist die Landesregierung nach Protesten vieler Eltern und Lehrkräfte sowie der FDP bereits abgerückt.

Zurück zur Übersicht